bAV-Rechner verstehen: vom Brutto-Beitrag zum Netto-Hebel
Wie aus 100 Euro Bruttoumwandlung 50 Euro Nettoaufwand werden, Schritt fuer Schritt. Plus: wo der Hebel kippt.
Jeder bAV-Rechner zeigt am Ende dieselbe Zahl: den Nettoaufwand. Was dahinter steckt, ist eine Kette aus vier Effekten, die in der Praxis jeder Mitarbeitende im ersten Gespraech verstehen sollte.
1. Steuerersparnis
Beitraege bis 8 % der Beitragsbemessungsgrenze (BBG) fließen steuerfrei in die Direktversicherung. Bei 100 Euro Beitrag und einem Grenzsteuersatz von 30 % spart der Mitarbeitende 30 Euro Lohnsteuer plus Soli plus ggf. Kirchensteuer.
2. SV-Ersparnis
Zusaetzlich bleiben Beitraege bis 4 % BBG sozialversicherungsfrei. Das spart bei 100 Euro Beitrag rund 20 Euro Arbeitnehmer-Anteil zur Renten-, Kranken- und Pflegeversicherung. Beim Arbeitgeber kommen noch einmal etwa 21 % SV-Ersparnis dazu, davon fließen 15 % als Pflichtzuschuss zurueck.
3. Pflichtzuschuss
Seit 2022 muss der Arbeitgeber 15 % auf alle neu abgeschlossenen Vertraege geben, fuer Bestand seit 2019 ebenfalls. Damit landen rechnerisch oft 115 Euro im Vertrag, wenn der Mitarbeitende 100 Euro umwandelt.
4. Wo der Hebel kippt
Drei Fallen lauern: erstens die Doppelverbeitragung in der KVdR im Rentenalter, zweitens niedrige Bruttogehaelter unter ca. 25.000 Euro (wenig Steuerersparnis, vollwertige Rentenkuerzung), drittens schlechte Produktqualitaet (hohe Kosten fressen den Steuervorteil auf).
Genau diese drei Punkte rechnet unser Hauptrechner mit. Die Lohnnebenkosten-Sicht aus AG-Perspektive findet sich im Lohnnebenkosten-Rechner.
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